Black Friday Shopping
24. Nov., 2007
Ein Wahnsinn! Heute haben wir den Amerikanischen Kommerztrieb auf einer neuen Stufe kennen gelernt. Und natürlich auch gleich mitgemacht – rein aus kulturellem Interesse.
Der Freitag nach Thanksgiving (dieses war gestern!) heißt hier „black friday“… und zwar deshalb, weil an diesem Tag die Leute „schon vor Anbruch der Dämmerung“ einkaufen gehen (tatsächlich beginnt der Wahnsinn um Punkt Mitternacht). Der Tag läutet das Weihnachtsgeschäft ein und die meisten Geschäfte haben spezielle Angebote, einige reduzieren gleich die Preise des gesamten Sortiments um 25 oder 50 Prozent. Natürlich nicht den ganzen Tag sondern nur von Mitternacht bis 6 Uhr früh… die „black friday shopper“ sollen ja auch irgendwie belohnt werden… und davon gab es viele. Tausende.
Von der Internationalen Studentenorganisation hier wurde jedenfalls ein Trip in das Tanger Outlet, etwa 1 Fahrtstunde in Richtung Atlanta, organisiert und Tobias, Florian und ich waren mit von der Partie. Außer uns – das haben wir dann rausgefunden – eigentlich nur indische Graduate-Studenten (also solche, die länger hier sind und ihr Masters Degree machen), von denen wir den Eindruck hatten, dass sie die Kleidung für das gesamte Jahr an diesem Tag einkaufen. Als wir uns mit unseren 3 weißen Vans dem Outlet Center näherten: Stau. 4 km Stau, kaum ein Weiterkommen. 45 Minuten sind wir da herumgestanden, dann haben wir etwas außerhalb des Outlets geparkt und „der Spaß“ konnte losgehen.
Der Stau hatte es schon vermuten lassen, aber die Menschenmassen die sich da bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mitten in der Nacht durch das Tanger Outlet gewälzt haben waren doch überraschend. Im GAP Store zum Beispiel – unser erstes Ziel – schlängelte sich die Warteschlange an der Kassa 3 Mal durch das gesamte Geschäft, sodass wir uns bald einfach mal angestellt haben und „am weg zur Kassa“ noch diverse Dinge anprobiert haben, weil wir ja ohnehin überall „vorbeigekommen“ sind. Auch die anderen Geschäfte waren zum Teil wirklich überfüllt, aber wir hatten Zeit. Ein bisschen zuviel Zeit sogar.
Weitergehen sollte es erst um 5 Uhr früh und um etwa 4 beschlossen wir, etwas essen zu gehen. Wenn das mal so einfach gewesen wäre. Das Outlet selbst hatte in die Richtung bis auf ein paar Snackautomaten, welche unseren Ansprüchen auf einen gemütlichen warmen Sitzplatz, an dem wir unsere Hände und Gesichter wieder auftauen könnten, nicht wirklich genügten, nichts zu bieten. Also die Idee, die Straße auf der wir uns herein gestaut hatten zurück zu gehen – da waren doch ein paar Fastfood Restaurants! Also los und nach einem kurzen Fußmarsch auch schon die Leuchtreklamen in der Nacht… endlich! Doch dann die Ernüchterung: Sonic – nur drive thru. KFC – zu. Subway – zu. Ruby Tuesday – zu. Pizza Hut – zu. … McDonalds – OFFEN! Als wir endlich dort waren aber auch hier der Rückschlag: nur der McDrive wird bedient, doch dann ein neuer Hoffnungsschimmer: Einer der Mitarbeiter hat uns verzweifelte, abgehungerte Europäer durch die Glasscheiben gesehen – und kam raus. Auch nach mehrmaligem Betteln wollte er uns nicht reinlassen, aber zumindest hat er unsere Bestellung aufgenommen. Burger gab’s zwar keine („It’s brekfast time“ – *grins*), aber schließlich haben wir Pancakes und Kaffee bestellt. Da das ganze nicht sehr üppig war, zurück zum Sonic – wir beschlossen kurzerhand, uns als Auto auszugeben und einfach auch zu bestellen, was erstaunlicherweise auch klappte. Warm sind wir davon auch nicht geworden, aber zumindest etwas satter.
Um 5 wieder bei den Vans wird uns die erfreuliche Botschaft mitgeteilt, dass es noch nicht nach Hause geht, da „die majority“ noch zum Best Buy – einem großen Elektronikgeschäft – nach Anderson will. Dort angekommen die nächste Hiobsbotschaft: ganze 1 einhalb Stunden sollen wir uns hier wieder aufhalten! Ziemlich lustlos und übermüdet aber durchaus amüsiert haben wir also den „ganz normalen Shopping-Wahnsinn“ der auch hier um 6 Uhr früh los war, beobachtet (stellt es euch vor wie einen Samstag Nachmittag in der Vorweihnachtszeit auf der Mariahilfer Straße). Da stellen sich hunderte Leute eine Stunde lang an der Kassa an, um ein paar Dollar für ihre DVDs zu sparen, da bringen sich manche Leute Campingstühle für die Warteschlange mit, da schleppen Leute ihre Kleinkinder um 6 Uhr Früh durch überfüllte Geschäfte.
Um 8 ging es dann endlich heimwärts, um 9 sind wir erschöpft und gar nicht mal so glücklich ins Bett gefallen.
Aber eines haben wir gelernt: Warum die Amis alle so tolle, große, geländegängige Autos (SUVs) brauchen: Um bei den Outlet Mals am Black Friday auch am abschüssigen Bankett und auf baustellenartigen Aufschüttungen zu parken. Ist doch logisch, oder?
Entry Filed under: Life of the Americans, Trip. .
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1.
Eva F. | 30. Nov., 2007 at 16:07
Hallo Tobi!
Dein Bericht war wirklich interessant und auch amüsant! Trotzdem habe ich dabei Beklemmungen
verspürt. Ich weiß jedenfalls, dass das nichts für
mich wäre. ( Lisa meint jetzt sicher:“Typisch, so un-
cool, diese Mutter!“ ) – Egal, ich bleib` dabei!
Liebe Grüße und bis bald!
Eva
2. Picture Session 9 (15 pictures) - Herbst am Campus und Thanks Giving « Vienna meets USA | 7. Dez., 2007 at 0:31
[...] Departed” auf DVD geschaut, dann ging’s nach Hause und zum Bereit-Machen für den Black-Friday Shopping Trip. Aber das ist eine andere [...]
3. Amerikanische Tradition - Black Friday at myDealZ.de | 27. Nov., 2008 at 14:20
[...] den USA gilt der Black Friday als der Startschuss ins Weihnachtsgeschäft und dort hauen fast alle Shops mit riesigen Rabatten um sich. Viele Amerikaner planen auch direkt [...]
4. Nur heute: viele Preise im offiziellen Apple-Store gesenkt | Preisfieber.net | 28. Nov., 2008 at 1:56
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