Archive for September 2007

Fees and Waivers

Zwei Eigenheiten des Amerikanischen Lebens welche gleichermaßen alltäglich wie nervig sind: Fees und Waivers. Dass hier auf so ziemlich alles Fees (Gebühren) erhoben werden hab ich ja schon mal erwähnt. Im Normalfall sind die natürlich „non-refundable“. Bei ganz Gründlichen steht noch „for whatever reasons“ mit dabei.

Heute aber mehr zu Waivern. Zunächst bemühe ich zur Begriffsefinition Wikipedia:

A waiver is the voluntary relinquishment or surrender of some known right or privilege.

Also eine freiwillige Abtretung von bekannten Rechten und Privilegien. Auch Nicht-John-Grisham-Lesern dürfte ja bekannt sein, dass das Amerikanische Zivilrecht ganz nette Möglichkeiten einräumt, sich aufgrund der eigenen Dummheit bei anderen zu bereichern. Immer wieder liest man von Fällen wie jenem, bei dem McDonalds horrende Summen an Schadenersatz zahlen muss, weil sich ein werter Kunde am Kaffee die Zunge verbrannt hat. Dass es mir um den hiesigen McDonalds nicht wirklich leid tut ist eine andere Geschichte…!

Zurück zum Thema. Jedenfalls hat sich eben mit jener Tradition von grotesken Zivilklagen auch die Waiver Tradition eingebürgert. Jetzt darf man bei jeder Gelegenheit einen ein- bis dreiseitigen Wisch unterschreiben, auf dem man im Wesentlichen auf alle Klagerechte verzichtet. Netterweise wird man auch auf die Risiken der jeweiligen Aktion hingewiesen.

Manchmal mag das ja sinnvoll sein, aber einen Waiver für das Hallenfußballturnier hier!? Das kommt einem dann doch übertrieben vor. „Ja, ich bin mir darüber im Klaren, welche Risiken mit Fußball im allgemeinen und in der Halle im Speziellen verbunden sind.“ „Ja, ich weiß, dass es sich hierbei um eine Sportart mit Körperkontakt handelt.“ „Ja, auch vom Ball kann ich verletzt werden.“ Und so weiter und so fort. Eine Unterschrift bitte, und alle sind glücklich. Und jeder Teilnehmende – oder zumindest der, dersich den Waiver durchliest, bevor er ihn unterschreibt – zehn Minuten seiner Lebenszeit beraubt.

Für den heutigen Rafting Trip durfte ich gleich zwei Waiver unterzeichnen: einen für das Vermietungsunternehmen NOC (Nantahala Outdoor Center) und einen für die Recreation Abteilung der Uni. „Nein, ich werde weder die Uni, noch die Recreation Abteilung, noch ihre Angestellten oder die Betreuer verklagen, sollte mir etwas zustoßen“. Ach ja, meine Verwandte und Freunde dürfen das natürlich auch nicht.

Manchmal frag’ ich mich schon, warum ich hier überhaupt noch eine Dining Hall betreten darf, ohne einen „Hot-Cafe-Waiver“ unterzeichnen zu müssen. Aber he, vielleicht hab ich das ja getan, als ich mich hier inskribiert habe… da gab’s auch eine Menge zu unterschreiben!

Add comment 30. Sep., 2007

Weekend in Atlanta

West In Blik über AtlantaLetztes Wochenende stand eigentlich der South Carolina Strand (Myrtle Beach, Charleston) auf dem Programm, aufgrund schlechter Wettervorhersagen haben wir uns aber kurzfristig für ein Wochenende in Atlanta entschieden.

Zu viert ging’s am Samstag Morgen mit einem Mietauto los – mit dabei Michael, Florian, Thomas und ich, also nur Deutsche. ;-) Die 2-stündige Fahrt nach Atlanta war problemlos, dort angekommen sind wir erst mal ein bisschen durch die Stadt gefahren um ein passendes Hotel zu finden. Zentral gelegen sind die natürlich alle nicht besonders günstig aber das Days In genügte unseren Ansprüchen, obwohl die beiden „queensized“ Betten in unserem Zimmer recht schmal waren (und wir nicht sooo auf’s kuscheln aus). ;-)
(mehr…)

Add comment 26. Sep., 2007

Kanadisches Brot

Wenn man als Europäer in die USA kommt ist die Sache mit dem Brot etwas … ähm … „problematisch“. Nicht, dass es hier kein Brot gibt. Im Gegenteil, es gibt sogar viel. Sehr viel. „Super-Sized“ Brotregale, wenn man so will – geht man in den Wallmart oder zu Bilo hat man gute Chancen 20 Meter Brotregale zu finden.

Und trotzdem: so richtig glücklich macht uns das Brot hier nicht. Das liegt vor allem daran, dass es 1) durch und durch weich ist, dass es 2) keine Kruste hat und dass es 3) etwas süßlich ungesund schmeckt. Wirklich gut beschreiben lässt sich das nicht. Aber stellt es euch so vor: Hier bekommt man Hamburger-Brot in allen Variationen. Aber sonst eben auch nichts. Das Brot hat zwar Brot-Laib Form aber der Geschmack und das „look and feel“ sind eben hamburgermäßig.

All das hat mich schon etwas frustriert gemacht – einmal isst man sowas schon gern, aber ständig? Es schmeckt nicht mehr und fühlt sich ungesund an…! Und dann die Erlösung: Kanadisches Brot! Versteckt auf einem kleinen Zusatzregal… das Brot hat eine Kruste! Ich sage nicht, dass es an die heimische Vielfalt heranreicht, aber immerhin mal ein gut genießbares Brot.

So, zu guter Letzt bleibt noch zu sagen: Ich will natürlich nicht das US-Brot runtermachen. Zum Großteil liegen meine Empfindungen sicher an jahrelangen Gewohnheiten und hier ist das Brot – für mich – wohl einfach nur „anders“. Und trotzdem: Danke Kanada. Danke für dein Brot.

1 comment 21. Sep., 2007

Classes – a lot to do

Ich belege hier 4 Fächer und hab trotzdem ständig viel zu tun. Uni läuft hier eben doch deutlich anders ab, als wir das gewohnt sind.

Bei den Vorlesungen gibt es ständig „homework„. Hat man „Glück“ und muss zu einem Fach auch noch ein lab belegen, kommen „lab assignments“ hinzu. Außerdem gibt es häufig „quizzes“ – eine Art Stundenwiederholung in Form kurzer Tests, in denen wichtige Dinge aus den letzten Einheiten abgefragt werden.

Und dann natürlich noch die „midterm exams„. Quizzes und homework reichen nicht, in jedem Fach gibt es zusätzlich zu alledem und zusätzlich zum „final exam“ eben auch zwei bis drei midterms. Das sind schriftliche Prüfungen, die eine Stunde dauern und maßgeblich in die Benotung einfließen.

Also ihr könnt euch schon denken, fad wird einem hier lerntechnisch jedenfalls nicht. Es gibt immer Hausübungen zu machen oder etwas zu lernen. Damit ihr euch das noch besser vorstellen könnt hier ein typisches Benotungsschema, entnommen aus dem Syllabus einer meiner Vorlesungen:

Assignments: 30%
Quizzes: 10%
Midterm (3): 30%
Final: 15%
Labs: 15%

Schlecht ist das ganze sicher nicht. Immerhin hängt nicht alles von einer punktuellen Leistung ab und man wird gezwungen kontinuierlich mitzulernen. Mehr laufende Arbeit halt ;-)

Warum ich das alles erzähl? Heute war mein erstes midterm exam und ich denke es ist ganz gut gelaufen! :-)

Add comment 19. Sep., 2007

Roadtrip to North Carolina and the Outlet in Gaffney

RoadtripBreites amerikanisches Auto, Fenster offen, den Fuß bei gemütlichen 40 miles per hour auf dem Automatik-Gaspedal, 3 Freunde im Auto, Radio. So sind wir letztes Wochenende durch den nördlichen Teil von South Carolina gecruised und haben’s uns auf unserem Roadtrip gut gehen lassen.

WaterfallsUnsere beiden Mietwagen (meiner ein „Saturn“) von Hertz haben wir problemlos bekommen, dann sind wir Samstag mittags zu siebent in Richtung Norden aufgebrochen. In Gorge’s State Park haben wir, umgeben von Urwald, Wasserfälle besichtigt und auch am Fuß der selben gebadet. Danach noch ein Stück weiter zu einer Stelle namens „Sliding Rocks„. Dabei handelt es sich um ein Flussbett, dessen felsiger Untergrund so flach und glitschig ist, dass man darauf wie auf einer Wasserrutsche etwa 30 Meter rutschen kann. Auf dem Video (mehr…)

Add comment 14. Sep., 2007

$13.50

Money ECONAlso mein Wirtschaftskurs ECON 211 – „Principles of Microeconomics“ hat sich schon ausgezahlt. Und zwar wort-wörtlich. Ich war heute echt perplex, daher muss ich euch das gleich erzählen.

Also: wir hatten eine normale Stunde, haben ein bisschen etwas über die „one man economy“ von Crusoe und die „two men economy“ von Crusoe und Friday erfahren (die Wirtschafter unter euch fühlen sich sicher gerade in ein frühes Semester ihres Studiums zurückversetzt). Am Ende der class kommt eine Aufgabe für die Klasse: Wieviel Fische und Kokosnüsse können Crusoe und Friday maximal unter den und den Voraussetzungen produzieren? – „Write it on a piece of paper and hand it in“.

Gesagt, getan – nach kurzer Überlegung fällt mir die richtige Berechnung ein und ich geb’ meinen Wisch ab. Der Professor geht alle Zettel durch, sucht die richtigen heraus und verkündet, er wird jetzt zwei daraus ziehen und die beiden bekommen dann den Betrag auf dem Zettel in bar ausgezahlt.

Wie’s der Zufall so will zieht er mich gleich als ersten und tatsächlich. Ich bekomme 13.50 Dollar auf die Hand – übrigens die Menge, die Crusoe und Friday an Kokosnüssen produzieren können. ;-)

Ist euch sowas schon mal untergekommen? So darf’s weitergehn mit den Fächern hier…!

2 comments 13. Sep., 2007

Picture Session 2 (10 pictures) – Clemson vs. FSU

Wie versprochen kommen hier einige Fotos vom Footballspiel gegen die Florida State University. Ihr könnt die Fotos durch Anklicken vergrößern, wer unten auf „mehr“ klickt bekommt alle 10 Fotos zu sehen.

P1030760.JPG Beer Ping Pong
Wie früher geschrieben ein sehr beliebtes Spiel hier auf den Parties – natürlich auch auf der Pre-Party zum Footballspiel. Auf dem Bild seht ihr Vittorio („Clemson“ T-Shirt) und Stephan („Beat Florida State University“ T-Shirt). Im Hintergrund im blauen T-Shirt Devin und klein links daneben mein room mate Tobias.
P1030771.JPG Tailgating
Unglaubliche Menschenmassen befanden sich ab Montag Mittag auf dem Campus – sämtliche Parkplätze voll, dazwischen Partyzelte und feiernde Clemsonanhänger beim Grillen und Freundetreffen
P1040114.JPG Parade of the Sportsmen and Bands
Kurz vor Spielbeginn zieht eine riesen Parade über den Campus in Richtung Stadion und dann ins Stadion hinein. Mit dabei Sportler aller anderen Sportarten (Baseball, Fußball, Track&Field, Swimming, Diving, Golf,…) und natürlich die Marching Bands aus Clemson welche den Tiger Fight Song „Rag the Tiger“ und andere Märsche spielen.

Aktuell: Wegen den Bombendrohungen (siehe Artikel Bomb Threats) wurde jetzt das FBI eingeschalten. Insgesamt haben 13 US-Universitäten in den letzten Tagen bomb threats erhalten. Uns wurde versichert, dass die Drohungen auch weiterhin ernst genommen werden.
(mehr…)

3 comments 7. Sep., 2007

Bomb Threats – nicht wirklich lustig

Seit ich da bin (zweieinhalb Wochen) hatten wir hier auf der Clemson University insgesamt 3 Bombendrohungen. Beim ersten Mal haben wir noch gelacht, das war auch für ein Gebäude, mit dem ich nichts zu tun habe.

Der zweite bomb threat kam gestern herein, diesmal war Sirrine Hall betroffen, das Gebäude in dem ich einen Wirtschaftskurs besuche. Da gestern wegen dem Football Spiel so und so alle Klassen cancelled waren, war der Unterricht davon nicht beeinträchtigt.

Aber heute schon wieder ein mail von Clemson Inside – schon der Betreff verrät: „ALERT: CUPD responds to second bomb threat in Sirrine …„. Schon wieder im selben Gebäude und heute hätte ich dort auch Kurs haben sollen. Mittags wendet sich dann der Professor per Mail an die Studenten und schreibt, dass die class wahrscheinlich ausfällt, was sich später bestätigt. Der Mathetest, den wir heute haben hätten sollen, wurde auf Donnerstag verschoben.

Auch wenn das alles ganz und gar nicht angenehm ist finde ich es gut, dass wir

  1. immer so schnell informiert werden, und
  2. dass die Drohungen ernst genommen werden.

In den Mails steht sie suchen mit Mannschaften und Bombenspürhunden das Gebäude ab und es wird immer evakuiert. In dem Entwarnungsmail des heutigen threats stand auch noch, dass es in den letzten Tagen an mehreren Universitäten zu vermehrten Drohungen gekommen ist, darunter Princeton, Cornell, MIT und die Universitäten von Iowa, New Hampshire, Delaware und Utah.

Bisher wurden nirgends Bomben gefunden und es konnte überall Entwarnung gegeben werden.

1 comment 4. Sep., 2007

Clemson Tigers vs. Florida State – 24:18

September 3rd 2007 – Now that was crazy! Ganz im Ernst, soetwas wie gestern hab ich noch nicht erlebt. Das Match und alles Drum-Herum hat Ausmaße angenommen, die man bei uns vielleicht bei Weltmeisterschaften erlebt – bedenkt es handelte sich hier um College Football! Angefangen hat das Ganze zum Mittag, als plötzlich die ganze Internationals-Clique in Richtung einer „Pre-Party“ aufbricht. Als wir dort um 2 ankommen ist das Fest schon im Gange, es wird Beer-Ping-Pong gespielt und immer wieder gibt es Keg-Stands.

Beer-Ping-Pong: An jedem Ende eines etwa 2*1 Meter großen Bretts stehen zwei Mitspieler. Sie haben vor sich eine Bier-Becher-Pyramide stehen. Jetzt wird mit einem Tischtennisball versucht in die Becher der anderen zu treffen. Ein getroffener Becher muss von den anderen geleert werden.

Keg-Stand: Ein Typ wird so in die Höhe gehoben, dass seine Beine über dem Kopf sind. Jetzt bekommt er den Zapfhahn des Bieres in den Mund und trinkt so lange er kann. Dazu wird ein Spruch aufgesagt und gezählt – so lässt sich die Performance messen.

Stefan, ein Belgier, nimmt die Herausforderung an und (mehr…)

2 comments 4. Sep., 2007

Supersize it!

Hier ist alles größer. Als erstes merkt man das, wenn man auf einem der Flughäfen hier ankommt. Unendlich lange Gänge. Wenn’s dann auch noch Nacht ist und der Terminal-Shuttle-Zug (so eine Art U-Bahn) nicht mehr fährt, man also 2 Meilen durch den immer genau gleich aussehenden Gang laufen darf, dann weiß man wie groß er eigentlich ist. Atlanta International zumindest ;-)

Weiter geht die Geschichte wenn man ertmals US-Luft schnuppert. Kaum aus dem Flughafen fallen die einfach um die Hälfte größeren Autos auf. Vor ein paar Jahren in New Orleans war der Eindruck noch stärker, aber auf jeden Fall auffällig ist es schon. Da passt dann auch gut dazu, dass Devin, der Ami aus dem Nachbarappartement, ein riesen Ford-SUV fährt. „Ten miles a gallon“ sagt er so nebenbei – so wird hier der Spritverbrauch angegeben. Das sind ungefähr 20 Liter auf 100 Kilometer!!! Naja, sein Motor ist ja auch super-sized: 320 PS.

Weiter im Text. Die (mehr…)

2 comments 2. Sep., 2007

Previous Posts


Kategoriewolke

Atlanta Bla bla Campus Clemson Clemson Tigers Life of the Americans Music New York Picture Session Sports Studium Travel Trip Video

Kalender

September 2007
M D M D F S S
« Aug   Okt »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930

Info

Zeitverschiebung

    MeineZeit = EureZeit - 6h

Blogroll

Blog Statistik

Kategorien

Kategorien

Travel

Archive

bla